Neue Digitalisate bei FamilySearch und Matricula

Dom Mariae Himmelfahrt zu HildesheimTino Herrmann

Es gibt wieder eine Menge neuer Digitalisate! Und das auch noch kosten- und anmeldungfrei. Aber leider wieder nicht für unser hauptsächliches Forschungsgebiet Thüringen.

FamilySearch

Fangen wir an mit FamilySearch, dort hat es am 12.05.17 ein relativ großes Update gegeben. Die neu eingestellten Digitalisate könnt Ihr hier einsehen. Allerdings scheint man hier nicht sehr zusammenhängend vorgegangen zu sein. Eine Stichprobe (Kirchenbücher von Kalkau /Krs. Neisse) hat gezeigt, dass bisher nur einige wenige Kirchenbücher (v. a. Taufen/Trauungen vor 1800) digitalisiert wurden. Durchgehende Forschung ist jedenfalls nicht unbedingt möglich, da immer mal wieder ein Register zwischendurch fehlt. Hierzu muss man sich in altbekannter Weise die Microfilme in das nächstgelegene Center für Familiengeschichte von  FamilySearch bestellen. Da ist also noch viel Potential vorhanden.

Für Thüringen-Forscher lohnt es sich, mal gezielt unter der Rubrik Sachsen nachzusehen. Grob gesehen finden sich dort u. a. die KB Burgtonna, Wiegleben, Kirch- und Neunheilingen, Nieder- und Oberdorla, Herbsleben, Thamsbrück, das Einwohnermeldebuch Siebleben sowie die Bürgerbücher von Eisenach oder Waltershausen.

Matricula

Eine Plattform, die man bisher nicht unbedingt auf dem Schirm hatte ist Matricula. Hinter Matricula steckt die österreichische Community ICARUS4all. Nun hat man vor kurzem die Webseite neu gestaltet und ich muss sagen, ich bin sehr begeistert! Im Angebot sind hier vor allem österreichische Matriken, das Angebot ist für Deutschland jedoch noch relativ klein. Hier sind es vor allem die katholischen Bistümer Passau und Hildesheim, die von uns von Interesse sein dürften.

Zum Bistum Hildesheim gehört heute ein großer Teil der katholischen Gemeinden Süd- und Mittelniedersachsens. Allem voran Hannover und Hildesheim. Das wird vor allem die Eichsfeld-Forscher von uns freuen, den auch das Untereichsfeld um Duderstadt gehört zum Bistum Hildesheim. Verbindungen zum Obereichsfeld (Bistum Erfurt) sind an der Tagesordnung, aber auch aus anderen nicht mehr ganz so katholischen Gegenden Thüringens finden sich vereinzelt Einträge. So fand ich den Vorfahren eines Onkels in Duderstadt wieder, der ursprünglich aus Schmalkalden stammte.

Ich habe das Angebot von Matricula mal anhand von St. Cyriacus Duderstadt ausprobiert. Hier scheinen die Kirchenbücher relativ komplett und vor allem in Farbe vom Bistum Hildesheim übernommen zu sein. Und auch die Datenanbindung scheint recht gut zu sein, es gab gefühlt keine Wartezeiten. Es hatte mich vor einiger Zeit schon gefreut, dass das Bistum Hildesheim die Kirchenbücher in einer sehr hohen Qualität digitalisiert hat, nur konnte ich das bisher nur im dortigen Bistumsarchiv nutzen.

GROSSGEBAUER in der Grafschaft Henneberg

Einen Hinweis unseres Forscherfreundes Klaus Stoehr möchte ich hiermit gern weitergeben:

Im Jahrbuch 2016 des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins ist eine Studie zur Familie Großgebauer in der Grafschaft Henneberg erschienen (S.163-178, mit 112 Anmerkungen und 3 Abbildungen). Der Schwerpunkt liegt im Zeitrahmen 1554-1660. Auf mehreren Verwandtschaftstafeln werden familiäre Zusammenhänge dargestellt und die Herkunft der Försterfamilien Johann und Fabian Großgebauer im Thüringer Wald untersucht. Periphär erscheinen u.a. folgende Namen: ABESSER, BACH, DEBES, DIETSCH, DREISSIGACKER, EBERT, HEPP, KIRCHNER, LIMBURG, MOTZ, SCHAD, SCHMITT (FABER), SIEBENFREUND, STEITZ, STUMPF gen. LAHR, TEUFFEL, VON JOSSA, WILNER gen. HACH, WITTHAUER.

69. Deutscher Genealogentag findet 2017 in Dresden statt

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Für alle Forscherfreunde, die (wie ich) leider nicht beim 68. Deutschen Genealogentag in Bregenz waren: Im nächsten Jahr geht es nach Dresden!

Unsere Forscherfreunde vom Dresdner Verein für Genealogie e.V. haben bereits eine ent- und ansprechende Webseite online gestellt. Dort kann man bereits einen Newsletter abonnieren oder sich als Frühbucher bzw. Sponsor melden.

Wir von der AGT sind jedenfalls schon mal dabei. Kommt Ihr auch?

Tag der Familiengeschichte – AGT weiht „Haus der Genealogie“ in Gotha ein

Tag der FamiliengeschichteFoto: Steffi Dachrodt

Gotha/Thüringen. Die Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V. (AGT) weihte am 10.09.2016 ihr neues Domizil "Haus der Genealogie" am Brühl 4 in Gotha ein.

Neben dem Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Gotha, dem Kreis- bzw. Stadtarchiv Gotha und der Forschungsbibliothek der Universität Erfurt hat die Stadt Gotha nun mit dem bisher bundesweit einmaligen „Haus der Genealogie“ eine zusätzliche Anlaufstelle für Familiengeschichtsforscher und solche, die es einmal werden wollen.

Ein lang gehegter Wunsch geht nun für uns in Erfüllung. Eine Adresse in der heimlichen Hauptstadt der Genealogie ist für uns geradezu verpflichtend, ist der „Gotha“ doch seit über 250 Jahren Inbegriff genealogischer Forschung. Jedoch beschränkte sich die genealogische Forschung in Gotha nie allein auf die großen und kleinen Häuser des Adels, auch die Geschichte bürgerlicher und bäuerlicher Familien wird dort seit langem erforscht. „Gotha adelt“ stellt aus unserer Sicht nur ein kleinen Teil des gesamten genealogischen Wirkens in Gotha dar.

Bereits parallel zum überaus erfolgreichen 67. Deutschen Genealogentag 2015 in Gotha haben wir das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht und im Laufe des letzten Jahres intensiviert. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Gotha, namentlich Herrn Oberbürgermeister Knut Kreuch konnte ein für uns geeignetes Refugium gefunden werden.

Die AGT hat nun ihr neues Domizil im geschichtsträchtigen Hospital Mariæ Magdalenæ am Brühl 4 in Gotha bezogen. Der Vorgängerbau geht auf eine Gründung der heiligen Elisabeth von Thüringen zurück und war noch vor Eisenach und Marburg deren erste humanitäre Wirkungsstätte. Ob allerdings Luther oder Goethe hier auch schon einmal vorbei gelaufen sind, ist nicht überliefert. David Bowie ist aber laut Rainald Grebe wahrscheinlich schon mal drüber geflogen.

Aus diesem freudigen Anlass haben wir am letzten Wochenende gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e.V. (DAGV), der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. (GFF), dem Verein für Stadtgeschichte Gotha e.V., dem Bund für Deutsche Schrift und Sprache und dem Frauenzentrum Gotha einen "Tag der Familiengeschichte" veranstaltet.

Die feierliche Eröffnung übernahm Gothas OB Knut Kreuch. Der wohl berühmteste Knut seit Ableben des Eisbärs 😀 ist selbst begeisterter Genealoge und Regionalhistoriker. Trotz seines eng gestrickten Terminplans nahm sich unser Forscherfreund und Vereinsmitglied Knut Kreuch die Zeit, für uns die Schere in die Hand zu nehmen. Unter den Gästen, die wir begrüßen durften waren u.a. Herr Dirk v. Hahn von der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände (VdDA), Mr. Richard Walker von FamilySearch, Hr. Dirk Weissleder, Vorsitzender der DAGV und des Bundes der Familienverbände e.V. sowie Herr Rolf Masemann, Vorstandsmitglied der DAGV und Vorsitzender der Gesellschaft für Familienforschung e.V. „Die Maus“ in Bremen.

Grußworte der Herren Kreuch, Weissleder, v. Hahn und Kirchner leiteten offiziell den Tag der Familiengeschichte ein. Besucher und Interessierte konnten sich im Innenhof des Hospitals über die Arbeit der teilnehmenden Vereine und Aussteller informieren. Für das leibliche Wohl sorgte u.a. das Frauenzentrum Gotha mit Kaffee, Kuchen, Kaltgetränken und heißen Würstchen.

Den musikalischen Rahmen bot unser Forscherfreund Roland Scharff, pensionierter Lehrer und passionierter Historiker aus Georgenthal mit heimatlichen Klängen aus seinem „Zerrwanst“. Hier bei einer kleinen "Kreativpause".

Trotz des sensationell guten Wetters und einiger zu erklimmender Stufen war auch unser neuer Raum unter dem sprichwörtlichen Dach des Hospitals gut besucht. Neueste genealogische Erkenntnisse wurden direkt mittels mitgebrachter Laptops, Ahnentafeln oder Stammbäume ausgetauscht. Hier fand sich auch so mancher Interessent ein, der sich Tipps für die eigene Familienforschung erhoffte und in den meisten Fällen auch bekam.

Der eigentliche Held des Tages war unser Forscherfreund und Vereinsmitglied Heino Richard, der sich bereits seit mehreren Monaten rastlos um das „Haus der Genealogie“ mit Worten, vor allem aber Taten bemüht hat. Vorangig ihm, aber auch seinen fleißigen Helfern und Unterstützern von der AGT und der Stadt Gotha haben wir es zu verdanken, dass aus dem Wunsch nun Wirklichkeit wurde.

Die Aufgabe von Heino Richard ist damit jedoch nicht erledigt, sie fängt gerade erst richtig an. Denn er hat sich bereit erklärt, zukünftig die personelle Besetzung des "HdG" zu übernehmen und wird dort bis auf Ausnahmen jeden Mittwochnachmittag die Pforten öffnen. Natürlich wird ab jetzt auch die Regionalgruppe "Gothaer und Eisenacher Land" der AGT den Großteil die regelmäßigen Forschertreffen hier abhalten oder zumindest starten.

Gar nicht so neu im Gebäude, aber kürzlich umgezogen ist der Verein für Stadtgeschichte Gotha e.V., zu dem wir nun als direkte Nachbarn noch engere Kontakte knüpfen möchten. Hier haben sich zwei Vereine getroffen, die sich wunderbar gegenseitig ergänzen können. Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf gemeinsame Projekte oder Termine.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Glückwünsche und Geschenke der Gothaer Vereine!

  • Tag der Familiengeschichte
    Die Blume soll tatsächlich eine Woche ohne Wasser durchhalten.

Polizeiliche Nachrichten aus Gotha

Man könnte ja meinen, in Gotha und Umgebung gab es keine Verbrechen. Das dem so nicht war, belegen historische Quellen. Eine davon, das Buch „Polizeiliche Nachrichten von Gaunern, Dieben und Landstreichern, nebst deren Personal-Beschreibungen. (Ein Hülfsbuch für Polizei- und Criminalbeamte, Gensd’armen, Feldjäger und Gerichtsdiener)“ in drei Bänden, steht nun zur Online-Erfassung im DES des Vereins für Computergenealogie (CompGen) zur Verfügung. Herausgegeben wurde es bis 1835 vom gothaischen Polizei-Rat Friedrich Eberhardt. Leider ist der erste Band derzeit nicht auffindbar (Hinweise bitte an den Projektbetreuer), der zweite und dritte Band sind bereits von CompGen digitalisiert und bereit für die Dateneingabe.

In der Hoffnung, dass sich unter den genannten Personen keiner Ihrer Vorfahren findet, würde ich mir wünschen, dass Sie das Vorhaben dennoch tatkräftig unterstützen. Auch derartige Quellen sind für die genealogische Forschung im Gothaer Land bzw. in ganz Mitteldeutschland interessant.

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