Sächsische Landeskirche digitalisiert Kirchenbücher

Architektur, Auswandererhaus, Bremerhaven, Deutschland, Familie, Museum, Urlaub, architecture, building, germanyFoto: Tino Herrmann

Sachsen wird digitalisiert

Viele Forscherfreunde und AGT-Mitglieder werden diese Nachricht mit Freude aufgenommen haben. War es doch bislang äußerst schwierig, in Sachsen genealogische Forschungen zu betreiben.

Langersehnt − sehnsüchtig erwartet: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens wird ihre Kirchenbücher bei Archion präsentieren. Das für die sächsische Landeskirche zuständige Archiv arbeitet bereits mit Hochdruck an Aufbereitung, Katalogisierung, Verfilmung und schließlich Digitalisierung tausender historischer Kirchenbücher. Im Mittelpunkt steht die Sicherungsverfilmung der bis 1875 entstandenen Kirchenbücher, was für ca. 25 % der Kirchenbücher schon erfolgt ist. Kirchenbücher, die in den jeweiligen Pfarrämtern untergebracht sind, werden extra für dieses aufwändige Großprojekt vorbereitet und für die Verfilmung zusammengeführt. Anschließend wird vom Film digitalisiert. All diese Schritte benötigen natürlich ihre Zeit. Dennoch können wir Ihnen die ersten historischen Kirchenbücher aus Sachsen bereits Ende 2018 online präsentieren. (Quelle: ARCHION auf Facebook)

Warum man zunächst eine Verfilmung und danach eine Digitalisierung plant, erschließt sich allerdings nicht jedem. Grundsätzlich kann man jedoch bei einer Verfilmung von einer langfristigen Maßnahme sprechen, denn nichts verändert sich so schnell wie die IT-Welt. Filme dürften bei entsprechender Lagerung auch in ein paar hundert Jahren ohne größere Hürden lesbar sein.

Und Thüringen?

Demnach gibt es, was den Bereich der evangelischen Kirchen in Deutschland anbetrifft nur noch zwei weiße Flecken. Der kleinere betrifft die Evangelische Kirche in Oldenburg (was mich persönlich auch stark interessiert) und der für uns interessante große Bereich der  Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKMD). Forscher in Anhalt und Thüringen müssen wohl noch ein paar weitere Jahre Geduld aufbringen und sich um die Plätze in Magdeburg und Eisenach prügeln. Gerüchteweise ist man seitens der EKMD zumindest der Ansicht, langfristig nicht um eine Digitalisierung herumzukommen.

Von der katholischen Seite (v.a. Bistum Erfurt) ist bisher wenig bzgl. einer Digitalisierung zu hören. Bleibt zu hoffen, dass die Bistümer Passau und Hildesheim eine Vorreiterrolle für die anderen katholischen Bistümer Deutschlands eingenommen haben. Die Kirchenbücher aus diesen Diözesen sind bereits bei Matrikula  kostenlos einsehbar.

Genealotino

Eichsfelder, Familienvater, Ingenieur, Genealoge, Fotograf und begeistert von allen alten und neuen Sachen

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