Genealogie-Programme vorgestellt

Hospital Maria MagdalenaFoto: Tino Herrmann

Unser neues Domizil, das Haus der Genealogie stand nun zum ersten Mal für das das Treffen der Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land zur Verfügung“. An diesem Nachmittag wurden vom Leiter der Regionalgruppe Tino Herrmann zwei Genealogie-Programme vorgestellt.

Zunächst ging es um das überaus komplexe Programm GFAhnen, welches von unseren südlicheren Forschernachbarn aus Franken vertrieben wird. Einen kleinen Einstieg und ein paar Tipps und Tricks sollten für diesen Nachmittag jedoch erst einmal genügen, das Programm und seine Möglichkeiten ist zu umfangreich. Wichtig war, vor allem Interesse für das Programm zu wecken und die grundsätzliche Bedienung sowie einige der vielfältigen Ausgabemöglichkeiten zu erklären. Einige Forscherfreunde haben sich entweder das Programm bereits gekauft oder sind ihrer Entscheidung dafür oder dagegen nun ein wenig näher gekommen.

Unsere Auswanderer-Datenbank stand danach auf der Tagesordnung. Mit TNG haben wir uns für ein Internet-basierendes System entschieden, das gleichzeitige und ortsungebundene Bearbeitung für unsere Forscherfreunde möglich macht. Auch hier ging es im Laufe des Nachmittags um die grundsätzliche Bedienung und die Formatierung der Eingaben.

Wie immer rundeten persönliche Gespräche und der Austausch von Forschungsergebnissen das Regionalgruppentreffen ab.

 

Regionalgeschichte jetzt auch in Englisch

Architektur, Auswanderer, Bremerhaven, Denkmal, Deutschland, architecture, building, emigrants, germany, memorial, monument© Tino Herrmann

Auswanderung im 19. Jahrhundert

Seit fast 10 Jahren befasst sich Astrid Adler aus Tiefenort mit der Geschichte der Auswanderer im 19. Jahrhundert in Südthüringen. 2013 veröffentlichte sie hierzu ihr erstes Buch „Vergessene Menschen – Auswanderung in 19. Jahrhundert“ (ISBN 978-3-00-040611-9).

Nach nunmehr drei Jahren wird jetzt mit dem Buch „Our Ancestors Were German –Emigration in the 19th Century from Grand Duchy Saxe-Weimar-Eisenach“ Regionalgeschichte in englischer Sprache den Nachfahren der Auswanderer in Übersee zugänglich gemacht. Lokalgeschichte in englischer Sprache- eine echte Rarität für Ahnenforscher, dürfte in Übersee auf großes Interesse stoßen.

Zusammen mit Ortschronisten sowie durch Unterstützung zahlreicher Nachfahren der Auswanderer in Deutschland und Amerika wurde neues historisches Material aus der gesamten Region des heutigen Wartburgkreises zusammengetragen. Die Journalistin und Editorin Susan O´Hearn aus Kalifornien und Antje Petty, Assistant Director des Max Kade Instituts für Deutsch-Amerikanische Studien an der Universität von Wisconsin halfen dieses einmalige Buchprojekt letztendlich umzusetzen.

Viele historische Publikationen und Dokumente wurden mühsam aus der altdeutschen in die englische Sprache übersetzt. Das Buch beinhaltet seltene Dokumente, wie einen Reisepass aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach aus dem Jahre 1851 oder einen Einwanderungsvertrag aus dem Jahr 1845 für das Siedlungsprojekt des Mainzer Adelsvereins in Texas.

Zahlreiche Auswandererbriefe berichten von der Überfahrt, vom Leben in der neuen Heimat Amerika und der Sehnsucht nach den zurückgebliebenen Familien und Freunden in Deutschland.

Beispielsweise dokumentieren vier Briefe eines Auswanderers Balthasar Henkel aus Baltimore, Maryland in die Thüringische Rhön einzigartige Zeitgeschichte von 1854-1881: das Leben kurz nach der Ankunft in Amerika; die Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges; der Deutsche Krieg; Schicksalsschläge, die er in seinem Leben hat hinnehmen müssen

Zahlreiche Publikationen des 19. Jahrhunderts berichten über die gesellschaftlichen Verhältnisse im Großherzogtum sowie die territorialen Besonderheiten dies- und jenseits der Werra. Statistiken von ausgewählten Städten und Dörfern zur Bevölkerungsentwicklung und Auswanderung veranschaulichen die gesellschaftlichen Veränderungen in der damaligen Zeit. Bekanntmachungen zu erhaltenen Reiselegitimationen, der Bürgschaft für Auswanderer, der Lizenz eines Auswanderungsagenten,  Mitteilungen des Thüringer Vereins zum Schutze Deutscher Auswanderer, aber auch Berichte zur Armut in der Region oder über die Reise der Auswanderer zu den Hafenstädten ermöglichen dem Leser „Geschichte zum Anfassen“.

In dem Buch  „Our Ancestors Were German – Emigration in the 19th Century from Grand Duchy Saxe-Weimar-Eisenach“  (Hardcover: ISBN 978-3-9818232-0-2, Softcover: ISBN 978-3-9818232-2-6) stellt sich der Wartburgkreis auf 10 Seiten mit seiner vielfältigen Geschichte vor. Unter dem Motto „Back to the Roots“ werden Leser und Nachfahren der Auswanderer ermutigt, den Ort ihrer Wurzeln zu besuchen.

Inhalt des Buches

  •  Vorwort, Einleitung, Deutsche Quellen zur Ahnenforschung
  • Deutschland
  • Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (Geschichte, Städte und Dörfer im Großherzogtum, historische Fakten 1850-1901, Missernten, Klima, Bevölkerung, Lebensbedingungen, Einkommen, Arbeitszeit, Bildung, Militär und Kriege)
  • Vorbereitung der Auswanderung (Antragstellung, Auswanderung als Problemlöser, Publikationen und Reiseliteratur, Auswanderungsagenten, Horrorgeschichten)
  • Die Reise zum Hafen (Reisebedingungen, Reisewege, Wegezölle)
  • Die Überfahrt (Segel- u. Dampfschifffahrt)
  • Ankunft in Amerika (Castle Garden, Ellis Island, Prozess der Einwanderung, Gesetzliche Regelungen, Schutzvereine)
  • Die Weiterreise (Berichte aus Baltimore, das Siedlungsprojekt des Mainzer Adelsvereins)
  • Die neue Heimat (Milwaukee, WI; New London, NY; Baltimore, MD)
  • Auswanderergeschichten (5 ausgewählte Geschichten)
  • „Back tot he Roots“ – Der Wartburgkreis stellt sich vor
  • Nachbemerkung und Danksagung, Die Autorin stellt sich vor, Vorschau auf weitere Publikationen, Veröffentlichte Auswanderungsabsichten der Region

Weitere Informationen zu Astrid Adler und ihren Projekten kann man auf ihrer Webseite www.tiefenort-auswanderer.de bzw. www.tiefenort-emigrants.de erhalten.

 

Und hier für unsere englischsprachigen Forscherfreunde die Übersetzung:

Local History Now Available in English

Subject: Emigration in the 19th Century

For almost 10 years, Astrid Adler from Tiefenort has been researching the history of 19th century emigrants from the South Thuringia area. In 2013 she published her first book, Forgotten People – Emigration in the 19th Century (ISBN 978-3-00-040611-9).

Three years later, the book Our Ancestors Were German-Emigration in the 19th Century from Grand Duchy Saxe-Weimar-Eisenach has been written and published, making history from the region available to the descendants of those emigrants. Access to local history in the English language – a rarity for ancestral researchers – will likely be of great interest overseas.

Together with local chroniclers and the support of numerous descendants of emigrants in Germany and America, new historical material from the region of the present-day Wartburgkreis District was gathered. The journalist and editor Susan O’Hearn from California and Antje Petty, Assistant Director of the Max Kade Institute for German-American Studies at the University of Wisconsin, helped to implement this unique book project.

Many historical publications and documents were laboriously translated from the Old German into English. The book contains rare documents, such as a passport from Grand Duchy Saxe-Weimar-Eisenach dating from 1851 and an immigration contract for the settlement project of Mainzer Adelsverein in Texas from the year 1845.

Numerous emigrant letters tell about the crossing, the life in the new homeland of America and the longing for family and friends left behind in Germany.

For example, four emigrant letters from Balthasar Henkel, Baltimore, Maryland to the Thuringian Rhoen area document a unique history from 1854-1881: the way of life shortly after arrival in America; the time of the American Civil War; the German War; the new destiny that emigrant had to accept in his life.

Numerous publications of the nineteenth century report about the social conditions in the Grand Duchy area as well as the territorial circumstances on both sides of the Werra River. Statistics from selected towns and villages on population growth and emigration illustrate the social changes of that time. Notices to obtain travel legitimations, a debt guarantee for an emigrant, a license of an emigration agent, an announcement of the Thuringian Association of German Emigrants, information on poverty in the region and stories about the journey of emigrants to the ports enable the reader to have a better sense of this time in history.

In the last 10 pages of the book the Wartburgkreis District presents information about its varied history. Under the motto „Back to the Roots,“ readers are encouraged to visit this part of Germany where many visitors will have an opportunity to discover their ancestral roots.

Content of the Book

  • Foreword, Introduction, German Sources of Family Genealogy
  • Germany
  • Grand Duchy of Saxony-Weimar-Eisenach (history, cities and villages, historical facts 1850-1901, bad harvests, climate, population, living conditions, income, working time, education, military and wars)
  • Preparation for Emigration (application, emigration as a problem solver, publications and travel literature, emigration agents, horror stories)
  • Journey to the Port (travel conditions, travel distances, tolls)
  • The Crossing (sailing and steam shipping)
  • Arrival in America (Castle Garden, Ellis Island, Immigration Processing, Rules and Regulations of Immigration, Protection Associations)
  • Traveling Farther into America (reports from Baltimore, the settlement project of the Mainzer Adelsverein)
  • The New Home (Milwaukee, WI, New London, NY, Baltimore, MD)
  • Emigrants from the Region (five selected stories)
  • “Back to the Roots” – The Wartburgkreis District presents itself
  • Thanks and Afterword, About the Author, Upcoming Publication, Selection – “Intent to Emigrate”

Further information about Astrid Adler and her projects can be found on her website www.tiefenort-auswanderer.de or www.tiefenort-emigrants.de.

 

Text und Übersetzung: Astrid Adler

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Regionalgruppe Südthüringen auf der Krayenburg

Genealogischer Abend Südthüringen

Eine sehr große Resonanz erfuhr das letzte Treffen der Regionalgruppe Südthüringen, welches in Tiefenort auf der Krayenburg am 12. Februar 2016 stattfand. An diesem Abend präsentierte unser Neumitglied Astrid Adler ihre Forschung zum Thema: „Auswanderung im 19. Jahrhundert im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach“. Mit 65 Teilnehmern war der Gastraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht nur das spannende Thema sondern auch der Bekanntheitsgrad der Referentin als tüchtige Heimatforscherin auf einem spannenden Spezialgebiet brachte viele interessierte Besucher auf die Burg oberhalb von Tiefenort.
Das Thema Auswanderung fasziniert viele von jeher. Egal ob im 19. Jahrhundert oder in der Gegenwart, die Gründe für einen Neuanfang waren und sind fast immer gleich. Bisher liegen in Thüringen kaum Erkenntnisse zur Auswanderung im 19. Jahrhundert vor, lediglich vereinzelte Informationen zu ausgewanderten Personen. Oft ist deren Herkunft oder Verbleib nicht zu bestimmen, da Angaben aus Überlieferungen oder Schiffslisten zu ungenau sind. Durch die regionale Zusammenarbeit von Ortschronisten, Genealogen und Nachfahren der Auswanderer könnte man viele Auswanderer lokalisieren und vielleicht auch Familien wieder vereinen.

Für die AGT wird die Auswandererforschung ein besonderes Thema ab 2016 werden. Die steigenden Zahlen von Anfragen aus Amerika, Brasilien, Holland, Schweden u.v.a. Ländern haben dem Vorstand vor Augen geführt, daß die Neuerungen der elektronischen Vernetzungen früher oder später zahlreiche weitere Forscher in unser Gebiet führen werden. Eine Auswanderer-Datenbank wurde von und Jörg Keyßner bereits aufgebaut und mit ersten Daten gefüllt. Allein die bereits vorhandenen Daten im Netz bringen schon tausende Personen in diese Datenbank. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, ist herzlich willkommen die „Arbeitsgruppe“ zu erweitern und bekannte Datensätze schnell einzupflegen. Nach dem Motto: „Viele Hände machen ein schnelles Ende“, legen wir einen Grundstock für danach aus den einzelnen Orten zusammenzutragende Auswandererfamilien.

Der Einstieg in dieses relativ neue Forschungsfeld ist gelegt, die DAGV schaut schon gespannt auf unser Projekt und für Herbst haben sich schon holländische Forscher angekündigt, um sich mit uns besonders über die Auswanderer aus dem Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg auszutauschen.

Wer Kontakte zu Abkömmlingen von Auswanderern aus dem thüringischen Ländern hat, darf diese gerne per Mail an verweisen.