Genealogie-Programme vorgestellt

Hospital Maria MagdalenaFoto: Tino Herrmann

Unser neues Domizil, das Haus der Genealogie stand nun zum ersten Mal für das das Treffen der Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land zur Verfügung“. An diesem Nachmittag wurden vom Leiter der Regionalgruppe Tino Herrmann zwei Genealogie-Programme vorgestellt.

Zunächst ging es um das überaus komplexe Programm GFAhnen, welches von unseren südlicheren Forschernachbarn aus Franken vertrieben wird. Einen kleinen Einstieg und ein paar Tipps und Tricks sollten für diesen Nachmittag jedoch erst einmal genügen, das Programm und seine Möglichkeiten ist zu umfangreich. Wichtig war, vor allem Interesse für das Programm zu wecken und die grundsätzliche Bedienung sowie einige der vielfältigen Ausgabemöglichkeiten zu erklären. Einige Forscherfreunde haben sich entweder das Programm bereits gekauft oder sind ihrer Entscheidung dafür oder dagegen nun ein wenig näher gekommen.

Unsere Auswanderer-Datenbank stand danach auf der Tagesordnung. Mit TNG haben wir uns für ein Internet-basierendes System entschieden, das gleichzeitige und ortsungebundene Bearbeitung für unsere Forscherfreunde möglich macht. Auch hier ging es im Laufe des Nachmittags um die grundsätzliche Bedienung und die Formatierung der Eingaben.

Wie immer rundeten persönliche Gespräche und der Austausch von Forschungsergebnissen das Regionalgruppentreffen ab.

 

1. Treffen der Regionalgruppe „Weimarer Land“

AGT-Logo grün 192x192

Der Einladung zum 1. Treffen der Regionalgruppe „Weimarer Land“ waren 18 Teilnehmer gefolgt. Es zeigt das große Interesse an der Familien- und Heimatforschung für diese Region „Weimarer Land“.

Das Treffen fand am 14.10.2016 „Auf der Burg“ in Mellingen statt. Besonders für Einsteiger in die Familienforschung war diese Zusammenkunft wichtig, um den ersten Kontakt aufzunehmen. Gegenseitiges Kennenlernen und Wissensaustausch der einzelnen Forschungsgebiete standen im Vordergrund. Die Vorstellung der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Genealogie in Thüringen e.V. (AGT) erfolgte durch den Vorsitzenden, Herrn Christian Kirchner.

Nicht nur die Genealogie, sondern auch der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den regionalen Kreisheimatpflegern waren von großem Interesse.  Die verantwortliche Kreisheimatpflegerin des Kreises Weimarer Land, Fr. Dr. Braune dokumentierte das Interesse der Heimatforscher an einer Zusammenarbeit mit der Regionalgruppe. Es erfolgte Zustimmung der Teilnehmer, dass die Treffen regelmäßig stattfinden werden. Als Termine werden die Monate Februar, Juni und Oktober als günstig bewertet.

Es werden künftig Themen genealogischer und/oder heimatgeschichtlicher Art in den Mittelpunkt der Treffen gestellt, die durch entsprechende Vorträge abgerundet werden. Hierzu bitte ich um Themenvorschläge der Mitglieder. Das Weimarer Land bietet zudem viele Möglichkeiten Exkursionen zu geschichtsträchtigen Orten durchzuführen und interessante Familiengeschichten, Museen sowie Archive näher kennenzulernen.

Habt Ihr Interesse an einer Mitarbeit in der Regionalgruppe "Weimarer Land"? Unser Regionalgruppenleiter freut sich über eine Nachricht.

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Neue Regionalgruppe „Weimarer Land“ gestartet

Unser Vereinsmitglied Hannfried Rötsch hat sich bereit erklärt, zukünftig eine neue Regionalgruppe im ">Weimarer Land aufzubauen. Geografisch wird sich die Regionalgruppe im Raum Sömmerda, Apolda und Weimar bewegen. Hier lagen früher vorrangig der Landesteil Weimar des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und Teile der Preußischen Provinz Sachsen.

Wir wünschen Hannfried Rötsch viel Erfolg und Spaß beim gemeinsamen Forschen. In den nächsten Tagen wird er sich und sein Forschungsgebiet sicherlich noch einmal näher vorstellen.

11. Genealogischer Abend „Gothaer und Eisenacher Land“ zu Gast in Wechmar

RG Gotha in WechmarFoto: Tino Herrmann

Wechmar ist ein beliebtes Ziel von Genealogen und Musikbegeisterten, die auf den Spuren der großen Musikerfamilie Bach wandeln möchten. So hat auch unsere Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ die freundliche Einladung unseres Vereinsmitglieds Knut Kreuch überaus gern wahrgenommen. Knut Kreuch ist im Hauptberuf Oberbürgermeister der Stadt Gotha und seit frühester Jugend begeisterter Heimatforscher und Genealoge. Und auch er hat mitgewirkt, die Genealogie der „Bache“ weiter zu vervollständigen.

Dass die Genealogie der Musikerfamilie Bach nicht unumstritten ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Derzeit gibt es beispielsweise mindestens drei Theorien über die Herkunft des Veit Bach, dem Ururgroßvater Johann Sebastian Bachs. Dass die Familie Bach jedoch ihren Ursprung im Gothaer Land, präzise gesagt in Wechmar hat, scheint mittlerweile einhellige Meinung zu sein. Auch in einigen anderen Orten des Gothaer Landes ist der Familienname Bach schon frühzeitig nachweisbar. Ob und wann Veit Bach jedoch in „Ungern“ lebte und von dort wegen seiner Konfession fliehen musste, ist nur wenig beweisbar.

Rund 20 Mitglieder der Regionalgruppe trafen sich bei schönstem Wetter am Landhaus Studnitz, dem Domizil des Wechmarer Heimatvereins.

RG Gotha in Wechmar

Gruppenfoto

Der Wetterbericht lies vermuten, dass am Nachmittag noch ein Gewitter aufzieht. Somit haben wir zuallererst die Besichtigung des historischen Ortskerns von Wechmar unternommen. Unter fachkundiger Führung von Knut Kreuch ging es zuerst entlang der Hohenkirchenstrasse entlang zum Weidenseeischen Hof. Hier konnten wir einen kurzen Einblick in den Innenhof bekommen.

In direkter Nachbarschaft befindet sich St. Viti, das weithin sichtbare Wahrzeichen Wechmars. Dieser relativ junge, achteckige Kirchenbau beeindruckt nicht nur durch seinen 68 m hohen Kirchturm, sondern durch seine Größe (1000 Sitzplätze). Vor allem aber die Helligkeit im Kirchenschiff durch die großen Fenster ist beeindruckend.

Für den Genealogen ist natürlich auch der umliegende Friedhof von Interesse, leider haben nicht sehr viele alte Grabsteine überlebt. Auch Epitaphe sind nur noch wenige vorhanden. Einige konnte man retten und Knut Kreuch wusste zu jedem eine Geschichte zu erzählen. Das Epitaph des Pfarrers Melchior Mengeweins diente übrigens jahrzehntelang als Abdeckung einer Klärgrube.

Beeindruckend war ein kleines Naturschauspiel, in dem ein Holzkreuz und eine Linde die Hauptdarsteller waren. Die Linde wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 auf dem Grab eines Gefallenen Wechmarers gepflanzt und umschließt heute das Holzkreuz.

 

Eingewachsenes Holzkreuz

Vorbei an der (ganz) alten Schule ging es die Ernst-Thälmann-Straße (früher Hohenlohestraße) entlang vorbei an der Mälzerei und dem Gasthaus. zum Goldenen Löwen. Auch hier gab es ein kleines Naturschauspiel zu bewundern. Den Schornstein der Mälzerei ziert seit einigen Jahren ein bewohntes Storchennest.

Das ehemalige obere Backhaus ist sicherlich das Highlight der Führung gewesen. Hier hat Veit Bach zusammen mit seinem Sohn Hans das Bäckerhandwerk ausgeübt und die ersten musikalischen Grundlagen gelegt. Zu Zeiten der DDR war es Fleischerei und heute beinhaltet es das Bach-Museum. Liebevoll eingerichtet erzählt es von Wechmar und seiner berühmten Musiker-Familie. Aber auch andere, etwas weniger berühmte Wechmarer kommen hier zur Geltung. Genannt sei hier beispielsweise die Instrumentenbauerfamilie Artmann oder der erste Wechmarer Heimatforscher und Lehrer Schlimbach. Auch erblickt man kleine Details zur eigenen Familiengeschichte. Ein Auszug aus dem Handelsbuch weist beispielsweise aus, dass mein Vorfahr Nicolaus Gräfenha(i)n am 8. März 1625 in seinem Amt als Wechmarer Heimbürger einem gewissen Lips Bach nach Zahlung der üblichen Gebühr das Nachbarrecht zuerkannte.

RG Gotha in Wechmar

Kopie des Gemeinderechnungsbuches

Der Heimbürger Nicolaus Gräfenhan starb übrigens knapp zwei Jahre später in Ausübung seines Amtes: „den 15. January [1627] ist Nikel Gräfenhain Sehlig im H. verschieden [und begraben] Welcher von Juncker philip Spitznaß beschediget worden Und einem schädlich Stich [nach einem Wehre] gegeben, Unner schuldener sache in dem gedachter Juncker mit einem anderen gestritten Und denselben beschedig wollen desselben gestehlen Und diesen troffen, welcher, als dazumal Heimburger, die Schatzung gesamlet in der Schencke. Got Verleihe ihm eine fröhliche Auferstehung.“

Vorbei an der Wichtelburg, der ehemaligen neuen Schule ging es zurück zum Landhaus Studnitz. Hier gab es Zeit und Gelegenheit für den genealogischen Austausch sowie eine Besichtigung. Ursprünglich war hier eines der fünf Wechmarer Rittergüter und Sitz der Familie von Spitznase. Es ging später auf die Familie des Gothaischen Oberhofmarschalls von Studnitz über. Anfang der 1990er Jahre übernahm der rührige Heimatverein die damalige Ruine und restaurierte sie in mühevoller Kleinarbeit. Einmalig in Thüringen ist vor allem der unter Denkmalschutz stehende Rokoko-Saal im Obergeschoß.

Wir haben dem Wechmarer Heimatverein und vor allem Knut Kreuch für diesen schönen und interessanten Nachmittag zu danken. Hingewiesen sei an dieser Stelle auf die Uraufführung des neuen Theaterstückes „Alles geht den Bach hinüber“ am 10. September um 19:30 Uhr in der Kirche St. Viti.

Regionalgruppe Südthüringen auf der Krayenburg

Genealogischer Abend Südthüringen

Eine sehr große Resonanz erfuhr das letzte Treffen der Regionalgruppe Südthüringen, welches in Tiefenort auf der Krayenburg am 12. Februar 2016 stattfand. An diesem Abend präsentierte unser Neumitglied Astrid Adler ihre Forschung zum Thema: „Auswanderung im 19. Jahrhundert im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach“. Mit 65 Teilnehmern war der Gastraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht nur das spannende Thema sondern auch der Bekanntheitsgrad der Referentin als tüchtige Heimatforscherin auf einem spannenden Spezialgebiet brachte viele interessierte Besucher auf die Burg oberhalb von Tiefenort.
Das Thema Auswanderung fasziniert viele von jeher. Egal ob im 19. Jahrhundert oder in der Gegenwart, die Gründe für einen Neuanfang waren und sind fast immer gleich. Bisher liegen in Thüringen kaum Erkenntnisse zur Auswanderung im 19. Jahrhundert vor, lediglich vereinzelte Informationen zu ausgewanderten Personen. Oft ist deren Herkunft oder Verbleib nicht zu bestimmen, da Angaben aus Überlieferungen oder Schiffslisten zu ungenau sind. Durch die regionale Zusammenarbeit von Ortschronisten, Genealogen und Nachfahren der Auswanderer könnte man viele Auswanderer lokalisieren und vielleicht auch Familien wieder vereinen.

Für die AGT wird die Auswandererforschung ein besonderes Thema ab 2016 werden. Die steigenden Zahlen von Anfragen aus Amerika, Brasilien, Holland, Schweden u.v.a. Ländern haben dem Vorstand vor Augen geführt, daß die Neuerungen der elektronischen Vernetzungen früher oder später zahlreiche weitere Forscher in unser Gebiet führen werden. Eine Auswanderer-Datenbank wurde von und Jörg Keyßner bereits aufgebaut und mit ersten Daten gefüllt. Allein die bereits vorhandenen Daten im Netz bringen schon tausende Personen in diese Datenbank. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, ist herzlich willkommen die „Arbeitsgruppe“ zu erweitern und bekannte Datensätze schnell einzupflegen. Nach dem Motto: „Viele Hände machen ein schnelles Ende“, legen wir einen Grundstock für danach aus den einzelnen Orten zusammenzutragende Auswandererfamilien.

Der Einstieg in dieses relativ neue Forschungsfeld ist gelegt, die DAGV schaut schon gespannt auf unser Projekt und für Herbst haben sich schon holländische Forscher angekündigt, um sich mit uns besonders über die Auswanderer aus dem Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg auszutauschen.

Wer Kontakte zu Abkömmlingen von Auswanderern aus dem thüringischen Ländern hat, darf diese gerne per Mail an verweisen.

Nachlese 1. Gothaer Ahnenbörse

Ahnenbörse GothaSteffi Dachrodt / Christian Kirchner

Am letzten Samstag trafen sich wieder einmal die Mitglieder der Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ in der Traditionsgasstätte „Zur Goldenen Schelle“ in Gotha.

Ein einziger Programmpunkt stand diesmal auf der Agenda, erstmalig haben wir eine „Gothaer Ahnenbörse“ ausgerichtet. Der recht unüblichen Zeit (11:00 bis 15:00 Uhr) war es wohl zu schulden, dass die Beteiligung im üblichen Rahmen von 10-12 Genealogen blieb. Dennoch fand auch wieder ein neues Mitglied den Weg zu uns. Frau Wiedemann, die jahrelang in Berlin gelebt hat, ist nun wieder in die Heimat zurückgezogen und möchte nun gemeinsam mit uns genealogische Forschungen betreiben. Mit Daniel Stadelmann gesellte sich ein schon fast verloren geglaubter Forscherfreund wieder zu uns.

Den Anfang der Veranstaltung machte eine Vorstellungsrunde. Fast jeder von uns kannte zwar den Großteil der Anwesenden von vorherigen Veranstaltungen. Über die einzelnen Forschungsgebiete ist aber nicht immer jeder im Bilde. So haben wir uns überlegt, dass jeder Teilnehmer 5 Minuten über sich und seine Forschungen berichten darf. Wie unter Genealogen eigentlich nicht anders zu erwarten, überzogen die meisten Forscher ihren Zeitrahmen. Jedoch hat das keinen wirklich gestört.


Bewaffnet mit Laptops und Ahnenlisten wurden die Gespräche nach der Vorstellungsrunde und dem Mittagessen weiter vertieft. Nur André Greßler ärgerte sich ein wenig, seine Unterlagen und den Laptop zu Hause liegen gelassen zu haben. Man hat aber kaum etwas davon gemerkt, die wichtigsten Eckpunkte hatte er wie immer im Kopf parat. Ausführlich berichtete er von einem Ahnenschwund besonderer Art. Neuesten Erkenntnissen nach stammt er nun doch nicht von Cleopatra ab (obwohl, wenn man die Nase sieht?). Die langreichende Ahnenreihe der Familie Schilling aus Suhl, die er bis vor Kurzem auf seiner Webseite präsentierte, war wohl doch so nicht belegbar. Nun hat er etwas völlig korrektes, aber nicht alltägliches getan und die Ahnenliste entsprechend gekürzt. Scheinbar auch sehr zum Ärgernis weiterer Ahnenforscher, die seine Ahnenliste fleißig kopiert haben.

Wieder mit dabei war auch unser „ständiger Zaungast“ Roland Scharff aus Georgenthal, ein Unikum und Heimatforscher aus Leidenschaft. Es ist immer wieder erfrischend, von seinen archäologischen Entdeckungen im Gothaer Land zu erfahren. Ich bin mir sicher, bei unserem nächsten Treffen wird auch wieder für die richtige Musik gesorgt.

Genealogischer Abend Gotha 2015

Der 67. Deutsche Genealogentag war für die AGT und natürlich auch für die Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ das Highlight des Jahres. Es gab über zwei Jahre viel zu organisieren, aber auch die Basisarbeit durfte nicht vergessen werden. So haben wir uns dann auch nach einer weiteren Besprechung des Genealogentages in der nun schon traditionell gewordenen „Goldenen Schelle“ in Gotha getroffen.

Der Vortrag von Tino Herrmann über genealogische Arbeit im Gothaer Land brachte einige Aspekte hervor, die in der Runde lebhaft diskutiert wurden. So brachte sich jeder Teilnehmer mit seinen eigenen Fragen und Antworten in die Diskussion ein. Auch im Nachgang wurde die Diskussion noch über elektronische Medien weitergeführt und brachte so manche Antwort zu Tage. Ein überaus wünschenswertes Ergebnis, das unbedingt der Wiederholung und Fortführung bedarf.