Genealogie-Programme vorgestellt

Hospital Maria MagdalenaFoto: Tino Herrmann

Unser neues Domizil, das Haus der Genealogie stand nun zum ersten Mal für das das Treffen der Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land zur Verfügung“. An diesem Nachmittag wurden vom Leiter der Regionalgruppe Tino Herrmann zwei Genealogie-Programme vorgestellt.

Zunächst ging es um das überaus komplexe Programm GFAhnen, welches von unseren südlicheren Forschernachbarn aus Franken vertrieben wird. Einen kleinen Einstieg und ein paar Tipps und Tricks sollten für diesen Nachmittag jedoch erst einmal genügen, das Programm und seine Möglichkeiten ist zu umfangreich. Wichtig war, vor allem Interesse für das Programm zu wecken und die grundsätzliche Bedienung sowie einige der vielfältigen Ausgabemöglichkeiten zu erklären. Einige Forscherfreunde haben sich entweder das Programm bereits gekauft oder sind ihrer Entscheidung dafür oder dagegen nun ein wenig näher gekommen.

Unsere Auswanderer-Datenbank stand danach auf der Tagesordnung. Mit TNG haben wir uns für ein Internet-basierendes System entschieden, das gleichzeitige und ortsungebundene Bearbeitung für unsere Forscherfreunde möglich macht. Auch hier ging es im Laufe des Nachmittags um die grundsätzliche Bedienung und die Formatierung der Eingaben.

Wie immer rundeten persönliche Gespräche und der Austausch von Forschungsergebnissen das Regionalgruppentreffen ab.

 

Tag der Familiengeschichte – AGT weiht „Haus der Genealogie“ in Gotha ein

Tag der FamiliengeschichteFoto: Steffi Dachrodt

Gotha/Thüringen. Die Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V. (AGT) weihte am 10.09.2016 ihr neues Domizil "Haus der Genealogie" am Brühl 4 in Gotha ein.

Neben dem Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Gotha, dem Kreis- bzw. Stadtarchiv Gotha und der Forschungsbibliothek der Universität Erfurt hat die Stadt Gotha nun mit dem bisher bundesweit einmaligen „Haus der Genealogie“ eine zusätzliche Anlaufstelle für Familiengeschichtsforscher und solche, die es einmal werden wollen.

Ein lang gehegter Wunsch geht nun für uns in Erfüllung. Eine Adresse in der heimlichen Hauptstadt der Genealogie ist für uns geradezu verpflichtend, ist der „Gotha“ doch seit über 250 Jahren Inbegriff genealogischer Forschung. Jedoch beschränkte sich die genealogische Forschung in Gotha nie allein auf die großen und kleinen Häuser des Adels, auch die Geschichte bürgerlicher und bäuerlicher Familien wird dort seit langem erforscht. „Gotha adelt“ stellt aus unserer Sicht nur ein kleinen Teil des gesamten genealogischen Wirkens in Gotha dar.

Bereits parallel zum überaus erfolgreichen 67. Deutschen Genealogentag 2015 in Gotha haben wir das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht und im Laufe des letzten Jahres intensiviert. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Gotha, namentlich Herrn Oberbürgermeister Knut Kreuch konnte ein für uns geeignetes Refugium gefunden werden.

Die AGT hat nun ihr neues Domizil im geschichtsträchtigen Hospital Mariæ Magdalenæ am Brühl 4 in Gotha bezogen. Der Vorgängerbau geht auf eine Gründung der heiligen Elisabeth von Thüringen zurück und war noch vor Eisenach und Marburg deren erste humanitäre Wirkungsstätte. Ob allerdings Luther oder Goethe hier auch schon einmal vorbei gelaufen sind, ist nicht überliefert. David Bowie ist aber laut Rainald Grebe wahrscheinlich schon mal drüber geflogen.

Aus diesem freudigen Anlass haben wir am letzten Wochenende gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e.V. (DAGV), der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. (GFF), dem Verein für Stadtgeschichte Gotha e.V., dem Bund für Deutsche Schrift und Sprache und dem Frauenzentrum Gotha einen "Tag der Familiengeschichte" veranstaltet.

Die feierliche Eröffnung übernahm Gothas OB Knut Kreuch. Der wohl berühmteste Knut seit Ableben des Eisbärs 😀 ist selbst begeisterter Genealoge und Regionalhistoriker. Trotz seines eng gestrickten Terminplans nahm sich unser Forscherfreund und Vereinsmitglied Knut Kreuch die Zeit, für uns die Schere in die Hand zu nehmen. Unter den Gästen, die wir begrüßen durften waren u.a. Herr Dirk v. Hahn von der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände (VdDA), Mr. Richard Walker von FamilySearch, Hr. Dirk Weissleder, Vorsitzender der DAGV und des Bundes der Familienverbände e.V. sowie Herr Rolf Masemann, Vorstandsmitglied der DAGV und Vorsitzender der Gesellschaft für Familienforschung e.V. „Die Maus“ in Bremen.

Grußworte der Herren Kreuch, Weissleder, v. Hahn und Kirchner leiteten offiziell den Tag der Familiengeschichte ein. Besucher und Interessierte konnten sich im Innenhof des Hospitals über die Arbeit der teilnehmenden Vereine und Aussteller informieren. Für das leibliche Wohl sorgte u.a. das Frauenzentrum Gotha mit Kaffee, Kuchen, Kaltgetränken und heißen Würstchen.

Den musikalischen Rahmen bot unser Forscherfreund Roland Scharff, pensionierter Lehrer und passionierter Historiker aus Georgenthal mit heimatlichen Klängen aus seinem „Zerrwanst“. Hier bei einer kleinen "Kreativpause".

Trotz des sensationell guten Wetters und einiger zu erklimmender Stufen war auch unser neuer Raum unter dem sprichwörtlichen Dach des Hospitals gut besucht. Neueste genealogische Erkenntnisse wurden direkt mittels mitgebrachter Laptops, Ahnentafeln oder Stammbäume ausgetauscht. Hier fand sich auch so mancher Interessent ein, der sich Tipps für die eigene Familienforschung erhoffte und in den meisten Fällen auch bekam.

Der eigentliche Held des Tages war unser Forscherfreund und Vereinsmitglied Heino Richard, der sich bereits seit mehreren Monaten rastlos um das „Haus der Genealogie“ mit Worten, vor allem aber Taten bemüht hat. Vorangig ihm, aber auch seinen fleißigen Helfern und Unterstützern von der AGT und der Stadt Gotha haben wir es zu verdanken, dass aus dem Wunsch nun Wirklichkeit wurde.

Die Aufgabe von Heino Richard ist damit jedoch nicht erledigt, sie fängt gerade erst richtig an. Denn er hat sich bereit erklärt, zukünftig die personelle Besetzung des "HdG" zu übernehmen und wird dort bis auf Ausnahmen jeden Mittwochnachmittag die Pforten öffnen. Natürlich wird ab jetzt auch die Regionalgruppe "Gothaer und Eisenacher Land" der AGT den Großteil die regelmäßigen Forschertreffen hier abhalten oder zumindest starten.

Gar nicht so neu im Gebäude, aber kürzlich umgezogen ist der Verein für Stadtgeschichte Gotha e.V., zu dem wir nun als direkte Nachbarn noch engere Kontakte knüpfen möchten. Hier haben sich zwei Vereine getroffen, die sich wunderbar gegenseitig ergänzen können. Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf gemeinsame Projekte oder Termine.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Glückwünsche und Geschenke der Gothaer Vereine!

  • Tag der Familiengeschichte
    Die Blume soll tatsächlich eine Woche ohne Wasser durchhalten.

Neue AGT-Geschäftsstelle

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Ein lang gehegter Wunsch ist nun Wirklichkeit geworden, seit dem 01. Juni 2016 hat die AGT ein neues Domizil. Unsere Geschäftsstelle bezieht derzeit ihre Räumlichkeiten im ehemaligen Hospital Maria Magdalena am Brühl 4 in Gotha. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Gotha haben wir nun auch eine Adresse in der Hauptstadt der Genealogie.

In den nächsten Wochen sind noch ein paar Renovierungsarbeiten zu erledigen und die nötige Infrastruktur zu schaffen.

Damit geht nun auch unser „Haus der Genealogie“ in den regulären Betrieb. Hier soll zukünftig eine familienkundliche Begegnungsstätte entstehen. Unser Vereinsmitglied Heino Richard hat sich bereit erklärt, das HdG (Haus der Genealogie) personell zu betreuen. Derzeitig ist geplant, das HdG jeweils Mittwochs zwischen 14:00 und 18:00 Uhr zu öffnen. Bei Bedarf sind zusätzliche Termine mit unserem Heino Richard vereinbar.

Am 10. September von 10:00 bis 17:00 Uhr möchten wir das gebührend feiern und laden zu einem Tag der offenen Tür ein.

11. Genealogischer Abend „Gothaer und Eisenacher Land“ zu Gast in Wechmar

RG Gotha in WechmarFoto: Tino Herrmann

Wechmar ist ein beliebtes Ziel von Genealogen und Musikbegeisterten, die auf den Spuren der großen Musikerfamilie Bach wandeln möchten. So hat auch unsere Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ die freundliche Einladung unseres Vereinsmitglieds Knut Kreuch überaus gern wahrgenommen. Knut Kreuch ist im Hauptberuf Oberbürgermeister der Stadt Gotha und seit frühester Jugend begeisterter Heimatforscher und Genealoge. Und auch er hat mitgewirkt, die Genealogie der „Bache“ weiter zu vervollständigen.

Dass die Genealogie der Musikerfamilie Bach nicht unumstritten ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Derzeit gibt es beispielsweise mindestens drei Theorien über die Herkunft des Veit Bach, dem Ururgroßvater Johann Sebastian Bachs. Dass die Familie Bach jedoch ihren Ursprung im Gothaer Land, präzise gesagt in Wechmar hat, scheint mittlerweile einhellige Meinung zu sein. Auch in einigen anderen Orten des Gothaer Landes ist der Familienname Bach schon frühzeitig nachweisbar. Ob und wann Veit Bach jedoch in „Ungern“ lebte und von dort wegen seiner Konfession fliehen musste, ist nur wenig beweisbar.

Rund 20 Mitglieder der Regionalgruppe trafen sich bei schönstem Wetter am Landhaus Studnitz, dem Domizil des Wechmarer Heimatvereins.

RG Gotha in Wechmar

Gruppenfoto

Der Wetterbericht lies vermuten, dass am Nachmittag noch ein Gewitter aufzieht. Somit haben wir zuallererst die Besichtigung des historischen Ortskerns von Wechmar unternommen. Unter fachkundiger Führung von Knut Kreuch ging es zuerst entlang der Hohenkirchenstrasse entlang zum Weidenseeischen Hof. Hier konnten wir einen kurzen Einblick in den Innenhof bekommen.

In direkter Nachbarschaft befindet sich St. Viti, das weithin sichtbare Wahrzeichen Wechmars. Dieser relativ junge, achteckige Kirchenbau beeindruckt nicht nur durch seinen 68 m hohen Kirchturm, sondern durch seine Größe (1000 Sitzplätze). Vor allem aber die Helligkeit im Kirchenschiff durch die großen Fenster ist beeindruckend.

Für den Genealogen ist natürlich auch der umliegende Friedhof von Interesse, leider haben nicht sehr viele alte Grabsteine überlebt. Auch Epitaphe sind nur noch wenige vorhanden. Einige konnte man retten und Knut Kreuch wusste zu jedem eine Geschichte zu erzählen. Das Epitaph des Pfarrers Melchior Mengeweins diente übrigens jahrzehntelang als Abdeckung einer Klärgrube.

Beeindruckend war ein kleines Naturschauspiel, in dem ein Holzkreuz und eine Linde die Hauptdarsteller waren. Die Linde wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 auf dem Grab eines Gefallenen Wechmarers gepflanzt und umschließt heute das Holzkreuz.

 

Eingewachsenes Holzkreuz

Vorbei an der (ganz) alten Schule ging es die Ernst-Thälmann-Straße (früher Hohenlohestraße) entlang vorbei an der Mälzerei und dem Gasthaus. zum Goldenen Löwen. Auch hier gab es ein kleines Naturschauspiel zu bewundern. Den Schornstein der Mälzerei ziert seit einigen Jahren ein bewohntes Storchennest.

Das ehemalige obere Backhaus ist sicherlich das Highlight der Führung gewesen. Hier hat Veit Bach zusammen mit seinem Sohn Hans das Bäckerhandwerk ausgeübt und die ersten musikalischen Grundlagen gelegt. Zu Zeiten der DDR war es Fleischerei und heute beinhaltet es das Bach-Museum. Liebevoll eingerichtet erzählt es von Wechmar und seiner berühmten Musiker-Familie. Aber auch andere, etwas weniger berühmte Wechmarer kommen hier zur Geltung. Genannt sei hier beispielsweise die Instrumentenbauerfamilie Artmann oder der erste Wechmarer Heimatforscher und Lehrer Schlimbach. Auch erblickt man kleine Details zur eigenen Familiengeschichte. Ein Auszug aus dem Handelsbuch weist beispielsweise aus, dass mein Vorfahr Nicolaus Gräfenha(i)n am 8. März 1625 in seinem Amt als Wechmarer Heimbürger einem gewissen Lips Bach nach Zahlung der üblichen Gebühr das Nachbarrecht zuerkannte.

RG Gotha in Wechmar

Kopie des Gemeinderechnungsbuches

Der Heimbürger Nicolaus Gräfenhan starb übrigens knapp zwei Jahre später in Ausübung seines Amtes: „den 15. January [1627] ist Nikel Gräfenhain Sehlig im H. verschieden [und begraben] Welcher von Juncker philip Spitznaß beschediget worden Und einem schädlich Stich [nach einem Wehre] gegeben, Unner schuldener sache in dem gedachter Juncker mit einem anderen gestritten Und denselben beschedig wollen desselben gestehlen Und diesen troffen, welcher, als dazumal Heimburger, die Schatzung gesamlet in der Schencke. Got Verleihe ihm eine fröhliche Auferstehung.“

Vorbei an der Wichtelburg, der ehemaligen neuen Schule ging es zurück zum Landhaus Studnitz. Hier gab es Zeit und Gelegenheit für den genealogischen Austausch sowie eine Besichtigung. Ursprünglich war hier eines der fünf Wechmarer Rittergüter und Sitz der Familie von Spitznase. Es ging später auf die Familie des Gothaischen Oberhofmarschalls von Studnitz über. Anfang der 1990er Jahre übernahm der rührige Heimatverein die damalige Ruine und restaurierte sie in mühevoller Kleinarbeit. Einmalig in Thüringen ist vor allem der unter Denkmalschutz stehende Rokoko-Saal im Obergeschoß.

Wir haben dem Wechmarer Heimatverein und vor allem Knut Kreuch für diesen schönen und interessanten Nachmittag zu danken. Hingewiesen sei an dieser Stelle auf die Uraufführung des neuen Theaterstückes „Alles geht den Bach hinüber“ am 10. September um 19:30 Uhr in der Kirche St. Viti.

Nachlese 1. Gothaer Ahnenbörse

Ahnenbörse GothaSteffi Dachrodt / Christian Kirchner

Am letzten Samstag trafen sich wieder einmal die Mitglieder der Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ in der Traditionsgasstätte „Zur Goldenen Schelle“ in Gotha.

Ein einziger Programmpunkt stand diesmal auf der Agenda, erstmalig haben wir eine „Gothaer Ahnenbörse“ ausgerichtet. Der recht unüblichen Zeit (11:00 bis 15:00 Uhr) war es wohl zu schulden, dass die Beteiligung im üblichen Rahmen von 10-12 Genealogen blieb. Dennoch fand auch wieder ein neues Mitglied den Weg zu uns. Frau Wiedemann, die jahrelang in Berlin gelebt hat, ist nun wieder in die Heimat zurückgezogen und möchte nun gemeinsam mit uns genealogische Forschungen betreiben. Mit Daniel Stadelmann gesellte sich ein schon fast verloren geglaubter Forscherfreund wieder zu uns.

Den Anfang der Veranstaltung machte eine Vorstellungsrunde. Fast jeder von uns kannte zwar den Großteil der Anwesenden von vorherigen Veranstaltungen. Über die einzelnen Forschungsgebiete ist aber nicht immer jeder im Bilde. So haben wir uns überlegt, dass jeder Teilnehmer 5 Minuten über sich und seine Forschungen berichten darf. Wie unter Genealogen eigentlich nicht anders zu erwarten, überzogen die meisten Forscher ihren Zeitrahmen. Jedoch hat das keinen wirklich gestört.


Bewaffnet mit Laptops und Ahnenlisten wurden die Gespräche nach der Vorstellungsrunde und dem Mittagessen weiter vertieft. Nur André Greßler ärgerte sich ein wenig, seine Unterlagen und den Laptop zu Hause liegen gelassen zu haben. Man hat aber kaum etwas davon gemerkt, die wichtigsten Eckpunkte hatte er wie immer im Kopf parat. Ausführlich berichtete er von einem Ahnenschwund besonderer Art. Neuesten Erkenntnissen nach stammt er nun doch nicht von Cleopatra ab (obwohl, wenn man die Nase sieht?). Die langreichende Ahnenreihe der Familie Schilling aus Suhl, die er bis vor Kurzem auf seiner Webseite präsentierte, war wohl doch so nicht belegbar. Nun hat er etwas völlig korrektes, aber nicht alltägliches getan und die Ahnenliste entsprechend gekürzt. Scheinbar auch sehr zum Ärgernis weiterer Ahnenforscher, die seine Ahnenliste fleißig kopiert haben.

Wieder mit dabei war auch unser „ständiger Zaungast“ Roland Scharff aus Georgenthal, ein Unikum und Heimatforscher aus Leidenschaft. Es ist immer wieder erfrischend, von seinen archäologischen Entdeckungen im Gothaer Land zu erfahren. Ich bin mir sicher, bei unserem nächsten Treffen wird auch wieder für die richtige Musik gesorgt.

Ahnengemeinschaften

Eines der schönsten Erfolge im Forscherleben eines Genealogen ist wohl die Erkenntnis, dass man einen gemeinsamen Vorfahren mit einem anderen Forscher teilt. Vor allem auf regionaler Ebene ergeben sich hier die erstaunlichsten Verwandtschaften und die nun gemeinsame Erforschung macht noch mehr Spaß. Von meinen bisher fast 900 bekannten Vorfahren teile ich einige auch mit Forscherfreunden und AGT-Mitgliedern. Hier eine kleine Auswahl:

 Herrmann, TinoHoffmann, BarbaraKeyßner, JörgKirchner, ChristianKreuch, KnutKühr, HorstLekschas, JanWeissensee, Jürgen
Herrmann, TinoxHerrmann, Dietrich (1530-1590)Volknant, Johann Heinrich (1831-1916)mehr als 50Hopf, Bartholomäus (1620-1688)Kraft, Johann Sebastian (1728-1759)Schultheiss, Severus (1596-1668)Herrmann, Dietrich (1530-1590)
Hoffmann, BarbaraHerrmann, Dietrich (1530-1590)xHerrmann, Dietrich (1530-1590)
Keyßner, JörgVolknant, Johann Heinrich (1831-1916)x
Kirchner, Christianmehr als 50x
Kreuch, KnutHopf, Bartholomäus (1620-1688)xKühr, Friedrich Christian (1840-1895)
Kühr, HorstKraft, Johann Sebastian (1728-1759)Kühr, Friedrich Christian (1840-1895)x
Lekschas, JanSchultheiss, Severus (1596-1668)x
Weissensee, JürgenHerrmann, Dietrich (1530-1590)Herrmann, Dietrich (1530-1590)x

Teilen auch Sie mit einem unserer Forscherfreunde einen Vorfahren? Dann schreiben Sie uns, wir sind sehr gespannt.

Schuldiener-Datenbank

Die Schuldiener-Datenbank Sachsen-Gotha hat bereits eine recht ansehnliche Größe erreicht. Derzeit sind ca. 1.200 Personen enthalten und es werden täglich mehr. Einen Großteil der Informationen habe ich Brückners Kirchen- und Schulenstaat Herzogtum Gotha sowie dem Thüringer Pfarrerbuch Band 1 „Herzogtum Gotha“ entnommen. In einigen Fällen habe ich die Daten anhand der Primärquellen (v.a. Kirchenbücher) ergänzt bzw. korrigiert.

Vom Beruf des Schuldieners

Bekanntlich hat die Volksbildung im Herzogtum Sachsen-Gotha eine lange Tradition. Bereits unter Herzog Ernst I. (dem Frommen) und Andreas Reyher entstand ein flächendeckendes System an Schulen in den Städten und Dörfern des Herzogtums. Aber auch schon vorher gab es im Gothaer Land den Beruf des Schuldieners, jedoch wurde hier mehr Wert auf die religiöse Bildung gelegt. Der Schuldiener war in alter Zeit eher ein Pfarrstellvertreter, ohne aber zu dessen Amtshandlungen (Taufen, Trauungen, Begräbnisse) befugt zu sein. In vielen Fällen verfügten sie sogar über ein den Pfarrern vergleichbares Bildungsniveau oder nutzten den Lehrberuf als Sprungbrett für eine spätere Pfarrstelle.

Später oblag ihm als Kantor oder Organist vor allem die musikalische Begleitung des Gottesdienstes, während die Pfarrer sich auf das Predigen konzentrierten. Vom Lehrberuf konnten nur die wenigsten leben, so war die Landwirtschaft, in manchen Fällen auch ein erlerntes Handwerk eine wichtige Einkommensquelle.

Mancherorts wurde zwischen Schulmeistern und Schuldienern unterschieden, vor allem, wenn es für Knaben und Mädchen getrennte Schulen mit jeweiligem Lehrer gab. Vielfach verschwimmen aber die Begrifflichkeiten.

Grabsleben 2015

Tino Herrmann

Den Ausklang des Jahres 2015 bildete der 9. Genealogische Abend „Gothaer und Eisenacher Land“. Anfang Dezember trafen wir uns in Grabsleben, einem Ortsteil der Gemeinde Drei Gleichen im Landkreis Gotha, um Forschungsergebnisse auszuwerten und neue Ansätze zu diskutieren.

In unseren Reihen konnten wir neben dem Ortsteilbürgermeister von Grabsleben, Cobstädt und Großrettbach, Herrn Rüdiger Hänsch auch wieder mehrere neue Mitglieder begrüßen. Eines dieser neuen Mitglieder ist Frau Astrid Adler, die über ihre Arbeit berichtete. Frau Adler hat sich auf die Auswanderer des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach (Landesteil Eisenach) spezialisiert. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Forschungsarbeit mit Frau Adler, da auch Aufbau einer Auswandererdatenbank für das Herzogtum Sachsen-Gotha im Rahmen einer Vorstandsitzung der AGT bereits beschlossen wurde. Ebnen wir hier nun den Weg zu einer gesamtthüringischen Auswandererdatenbank?

Heino Richard stellte das neue Projekt der AGT „Haus der Genealogie“ vor, über dessen Zukunft bereits am Vormittag im Rahmen einer AGT-Vorstandssitzung diskutiert wurde.

Ein Hauptthema der Veranstaltung war, passend zum Treffpunkt, ein Vortrag über die alten Familien in Grabsleben. Tino Herrmann stellte dabei im Rahmen eines Vortrages seine Arbeit am Ortsfamilienbuch Grabsleben vor. Hierbei ergaben sich auch wieder einige Fragen allgemeinerer Natur z.B. zu damaligen Begriffen, Lebensbedingungen oder zur Gemeindeverwaltung. Christian Kirchner und Tino Herrmann brachten hierzu wieder Hinweise und Erklärungen zu den spezifischen Begrifflichkeiten des Gothaer Landes vor. Einen Einblick in die derzeit entstehende „Schuldiener-Datenbank Herzogtum Gotha“ konnte Tino Herrmann aufgrund der nicht ausreichenden Datenanbindung nur leider ansatzweise zeigen. Hinweise und Ergänzungen zu Schuldienern (Lehrer) und deren Familien sind überaus willkommen. Wenden Sie sich dazu am besten per Mail an . Tipps und Tricks zur Ahnenforschung, nützliche Tools und Programme sowie ein allgemeiner Erfahrungsaustausch rundeten den Nachmittag ab.

Genealogischer Abend Gotha 2015

Der 67. Deutsche Genealogentag war für die AGT und natürlich auch für die Regionalgruppe „Gothaer und Eisenacher Land“ das Highlight des Jahres. Es gab über zwei Jahre viel zu organisieren, aber auch die Basisarbeit durfte nicht vergessen werden. So haben wir uns dann auch nach einer weiteren Besprechung des Genealogentages in der nun schon traditionell gewordenen „Goldenen Schelle“ in Gotha getroffen.

Der Vortrag von Tino Herrmann über genealogische Arbeit im Gothaer Land brachte einige Aspekte hervor, die in der Runde lebhaft diskutiert wurden. So brachte sich jeder Teilnehmer mit seinen eigenen Fragen und Antworten in die Diskussion ein. Auch im Nachgang wurde die Diskussion noch über elektronische Medien weitergeführt und brachte so manche Antwort zu Tage. Ein überaus wünschenswertes Ergebnis, das unbedingt der Wiederholung und Fortführung bedarf.

Nauendorf 2015

Heimatmuseum NauendorfFoto: Jürgen Seeber

Nauendorf und Gräfenhain

Ein kleines Dorf zwischen Georgenthal und Gräfenhain gelegen, war der erste Treffpunkt des Jahres 2015. Nauendorf hat ein wunderschön gestaltetes Dorfmuseum, das sich heute in der alten Schule befindet. Der Kulturverein Gräfenhain und Nauendorf e. V., allen voran Frau Erika Prinz und Jürgen Seeber, betreut dieses Museum leidenschaftlich.Langjährige Verbindungen des rührigen Kulturvereins zur Herrmann-Familie machten das Treffen in Nauendorf nicht nur für unser Mitglied Tino Herrmann zu einem Heimspiel.

Die Herrmann-Familie, die bereits seit über 125 Jahren genealogisch erforscht wird, hat hier ihren Ursprung und das Archiv des Herrmann´schen Familienverbandes befindet sich seit Jahren im Dorfmuseum. So war es wenig verwunderlich, dass die Herrmann-Familie Thema der Veranstaltung war. Neben dem Vortrag über die Familie stand natürlich auch eine Besichtigung des Dorfmuseums auf dem Programm. Frau Prinz und Herr Seeber führten uns durch die in jahrelanger Sammlungstätigkeit entstandene Ausstellung. Die insgesamt fünf anwesenden Herrmanns, allen voran der Senior des Herrmann´schen Familienverbandes Jim Herrmann aus Groß Glienicke stellten ihre Forschungsergebnisse vor. Dabei gab es auch einige Schmuckstücke aus der Anfangszeit des 1904 gegründeten Familienverbandes zu sehen. Leider hat auch hier das Interesse der anderen Familienmitglieder in den letzten Jahren aufgrund forschreitenden Alters etwas nachgelassen.

Sind Sie auch ein Herrmann? Stammen Sie aus dem Gothaer Land? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß Sie zu unserer Herrmann-Familie gehören. Hinweise und Fragen richten Sie bitte an .